Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten

Gelbsucht (Ikterus)

  • Überblick
  • Formen der Gelbsucht

Überblick

Gelbe Schleimhäute, gelbe Augenbindehaut und eine gelbe Haut – bei einem solchen Fall handelt es sich meistens um Gelbsucht.

In der Fachsprache wird sie Ikterus genannt. Die Symptome können zwar auch bei einer hämolytischen Anämie auftreten, das heißt wenn eine Blutarmut durch zerfallene rote Blutkörperchen vorhanden ist. Dies kommt allerdings selten vor.


Ursache

Die Ursache der Krankheit kann schon anhand der Färbung der Haut, Augen sowie der Färbung des Stuhls entdeckt werden. Grund dafür ist der Gallenfarbstoff Bilirubin.

Die Leber ist für den Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin zuständig. Dabei entsteht der gelbe Gallenfarbstoff Bilirubin. Wenn dieser aus dem Blut in das Körpergewebe übertritt, färben sich Augenbindehäute und Haut gelb. Dies geschieht wenn der Bilirubingehalt auf mindestens zwei Milligramm pro Deziliter im Blutserum ansteigt.

Neben der Gelbfärbung der Schleimhäute, Augenbindehaut und der Haut können auch andere Symptome wie Juckreiz, Blähungen, Druck- oder Völlegefühl auftreten. Am Anfang der Erkrankung ist die Gelbsucht besonders in den Augen zu erkennen. Die Gelbfärbung lässt sich dort am besten erkennen.


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Formen der Gelbsucht

Gelbsucht wird in drei unterschiedliche Formen unterteilt:

  • prähepatische (hämolytische) Gelbsucht: Bei diesem Typ von Ikterus ist die Gelbfärbung nur mäßig ausgeprägt. Die Konzentration des Bilirubingehalt ist im Blutserum nur leicht erhöht und bei der Harnausscheidung normal. Eine Diagnose kann hier schnell erzielt werden. Hierfür müssen lediglich Blutausstrich und andere Hämolysezeichen untersucht werden.
  • intrahepatische Gelbsucht: Hierfür werden die Leberfunktionswerte und der Eiweißgehalt im Serum untersucht. Wegen der Leberzellschädigung treten vermehrt Leberenzyme ins Blut. Diese können mittels der erhöhten Leberfunktionswerte gemessen werden. Der Eiweißgehalt im Serum wird deshalb untersucht, weil eine Leberzellschädigung eine Verminderung der Speicherfunktion der Leber auslöst. Die Gallenwerte bleiben im Normbereich, da der Gallenabfluss ungehindert ist.
  • posthepatische Verschlussikterus: Bei der posthepatische Verschlussikterus steigen die Gallenwerte sowie die Bilirubinkonzentration an. Der Urin färbt sich dunkel, der Stuhl entfärbt sich. Die Farblosigkeit des Stuhls wird durch die Abflussbehinderung hervorgerufen. Die Abbauprodukte des Bilirubins können somit nicht mehr in den Darm gelangen. Die Leberfunktionswerte steigen durch den anhaltenden Gallenrückstau, da die Leberzellen unmittelbar mit betroffen sind. Tritt Juckreiz auf der Haut auf, besteht Verdacht auf einen Verschlussikterus.


Intrahepatischer Ikterus

Die Gelbsucht entsteht durch Schädigung der Leberzellen als Folge einer Leberzirrhose oder einer Leberentzündung. Die Leberzellen können ihrer Aufgabe, den Farbstoff Bilirubin umzubauen, zu transportieren und auszuscheiden, nicht mehr richtig nachkommen. Deswegen gerät vermehrt Bilirubin in die Blutbahn und wird über den Urin ausgeschieden. Die Bilirubinwerte im Blut steigen signifikant an und der Urin erhält eine sehr dunkle Farbe.


Posthepatischer Ikterus

Diese Form der Gelbsucht hat ihre Ursache in einem mechanisch bedingten Abflussstau der Galle, oft hervorgerufen durch Steine im Gallengang, Entzündungen oder einer Kompression des Gallengangs durch einen Tumor. Dadurch gerät das in der Leber gebildete Bilirubin ebenfalls in den Blutkreislauf. Die Störung des Gallenflusses kann innerhalb oder außerhalb der Leber auftreten. Die intrahepatische Abflussstörung ist meist Resultat einer Vergiftung, die die Leber und Gallenkanälchen geschädigt hat.

 


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