Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten

Informationen über: Totale Pankreatektomie

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Krankheitsbild

Bei der totalen Pankreatektomie handelt es sich um eine Operation, bei der Organe bzw. Organteile entfernt werden, die nicht mehr richtig funktionieren und dadurch Ihre Gesundheit oder sogar Ihr Leben gefährden.

Der Begriff "Pankreatektomie" bedeutet folgendes: Pankreas ist die lateinische Bezeichnung für die Bauchspeicheldrüse und Ektomie bedeutet totale operative Entfernung eines Organs.

Bei der totalen Pankreatektomie werden Bauchspeicheldrüse, Milz, Gallenblase und Zwölffingerdarm komplett entfernt, außerdem Teile des Magens. Dadurch wird Ihr Verdauungssystem in erheblichem Maße verkleinert.

Die totale Pankreatektomie kann aus verschiedenen Gründen nötig werden, beispielsweise, wenn Sie unter einem Tumor der Bauchspeicheldrüse (des Pankreas) leiden, der entfernt werden muss.

Auch infolge einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einer Zyste an oder in der Bauchspeicheldrüse kann diese Operation erforderlich werden.


Diese Aufgaben haben die betroffenen Organe

Die Bauchspeicheldrüse bildet die Hormone Insulin und Glukagon, die für die Regulation des Blutzuckers notwendig sind. Außerdem produziert sie Verdauungsenzyme, die für die Verdauung von Fett und Eiweiß unentbehrlich sind.

Die Milz gehört zum Immunsystem. Ihre Rolle ist allerdings untergeordnet, Sie werden das Fehlen der Milz nicht bemerken.

Die Gallenblase ist ein "Speicherorgan" für die Galle, einer Flüssigkeit für die Fettverdauung. Die Galle selbst wird in der Leber gebildet. Wenn Nahrung aufgenommen wird, wird die Galle in den Zwölffingerdarm abgegeben zur Unterstützung der Fettverdauung. Bei der Operation wird nur die Gallenblase, also das Speicherorgan entfernt. Die Fettverdauung wird daher lediglich eingeschränkt.

Der Magen wird durch die Operation verkleinert. Dadurch kann er nicht mehr die gleiche Nahrungsmenge aufnehmen wie vor dem Eingriff.

Überblick

Ihr Körper braucht Unterstützung bei der Verdauung! Nach einer totalen Pankreatektomie fehlen, wie Sie bereits gelesen haben, wichtige Teile des Verdauungsvorganges.

Ihr Körper ist daher darauf angewiesen, dass Sie ihm bei der Verdauung ein wenig helfen. Das ist nicht schwierig. Sie können viel über die richtige Ernährung erreichen. Die erste Einweisung in Ihre zukünftige Ernährung erhalten Sie bereits in der Klinik.


Gegen Mangelerscheinungen erhalten Sie Arzneimittel

Durch seine eingeschränkten Verdauungsmöglichkeiten kann Ihr Körper die einzelnen Nährstoffe nun nicht mehr so gut aus der Nahrung aufnehmen wie früher. Damit es trotzdem nicht zu Mangelerscheinungen kommt, wird Ihnen Ihr Arzt darüber hinaus entsprechende Medikamente verordnen.


Für die Verdauung der Kohlenhydrate benötigt Ihr Körper Insulin

Zusätzlich brauchen Sie zukünftig Insulin. Dieser Stoff ist für die Verdauung der Kohlenhydrate nötig. Er wurde bislang von Ihrer Bauchspeicheldrüse gebildet. Jetzt fehlt er in Ihrem Körper. Das bedeutet, Sie sind praktisch "zuckerkrank".

Aber auch das ist kein Problem, denn Insulin kann gespritzt werden und gleicht so die fehlenden Funktionen vollständig aus.

Sie sehen, für alles gibt es Lösungsmöglichkeiten. Sie brauchen lediglich Ihre Ernährungsgewohnheiten etwas umzustellen und regelmäßig Ihre Arzneimittel einzunehmen.

Ernährung

Es mag für Sie vielleicht am Anfang schwierig sein, genau abzuschätzen, was Sie essen dürfen und was nicht. Orientieren Sie sich dann auch an eigenen Erfahrungswerten.

Bevorzugen Sie Nahrungsmittel, die Sie für sich als gut verträglich empfunden haben. Beachten Sie vor allem, dass Ihr Körper jetzt nicht mehr größere Mengen von Fett und Zucker bzw. Kohlehydraten verdauen und aufnehmen kann. Die wichtigsten Regeln haben wir im Folgenden für Sie zusammengestellt.


Diabetesdiät

Die Insulinzufuhr muss auf die Kohlenhydratzufuhr abgestimmt sein: Da Ihr Körper jetzt kein Insulin mehr produziert, müssen Sie es von Außen zuführen, das heißt regelmäßig injizieren. Benötigt wird das Insulin für die Verdauung von Kohlenhydraten.

Daher muss es abgestimmt auf die Mahlzeiten und die Kohlenhydratzufuhr gespritzt werden. Und falls Sie sportlich aktiv sind, ist auch Ihr Bewegungsausmaß mit zu berücksichtigen.

Tauschen Sie Zucker gegen Fruchtzucker und Süßstoff: Damit Ihre gespritzten Insulinmengen richtig sind, ist es erforderlich, dass Sie Ihre Ernährung darauf einstellen. Reiner Zucker sollte für Sie tabu sein, weil er den Blutzuckerspiegel sprunghaft in die Höhe treibt.

Wenn Sie nicht auf Süßes verzichten können oder wollen, weichen Sie auf diabetikergerechte Süßspeisen aus, die mit Süßstoff zubereitet sind oder mit diabetikerverträglichen Zuckern, wie beispielsweise Fructose (= Fruchtzucker). Und wenn Sie unbedingt einmal etwas mit Zucker Gesüßtes essen wollen, dann sprechen Sie es zuvor mit Ihrem Arzt ab.

Denn nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Ernährungsmedizin sind kleine Mengen Zucker im Rahmen einer Hauptmahlzeit erlaubt, beispielsweise eine ganz kleine Portion Pudding nach dem Mittagessen oder ein Minieis zum Nachtisch. Tabu sind jedoch nach wie vor alle zuckerhaltigen Getränke und Zucker außerhalb von Hauptmahlzeiten sowie in größerer Menge beim Essen.

Viele kleine Mahlzeiten sind bekömmlicher als wenige große: Verzichten Sie auf die obligatorischen 3 Hauptmahlzeiten. Mit 5-6 kleineren Mahlzeiten kann Ihr Körper jetzt besser umgehen. Ganz wichtig ist ein hoher Anteil an Ballaststoffen. Sie bewirken, dass Kohlehydrate verzögert vom Körper aus dem Darm aufgenommen werden.

Sorgen Sie für viele Ballaststoffe: Ballaststoffreich sind vor allem Vollkornbrot, Vollkornprodukte, Kleie, Gemüse (vor allem Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen), Kartoffeln, Obst, Nüsse und Ähnliches, beispielsweise Mandeln, Erdnüsse, Sesam und Mohn.

 

Fehlende Bauchspeicheldrüse

MCT-Fette sind besonders gut verträglich: Haben Sie besondere Probleme mit der Fettverdauung? Dann versuchen Sie einmal so genannte MCT-Fette. Das sind besonders leicht verdauliche Spezialprodukte, die in Apotheken erhältlich sind. Sie ersetzen Margarine und Öl. Wenn Sie diese MCT-Fette verwenden, beachten Sie bitte, dass sich Ihr Organismus erst an ihre Verdauung gewöhnen muss. Beginnen Sie daher mit kleinen Mengen.

Bei Untergewicht darf es etwas mehr an Öl und Margarine sein: Falls Sie untergewichtig sind, können Sie ruhig mehr Fett zu sich nehmen als "Otto Normalverbraucher". Das heißt aber nicht, dass Sie viel Fettes wie Sahne, Wurst, Käse oder Diabetikerschokolade essen sollen, sondern eher mehr Öle und Margarine. Bevorzugen Sie bei der Auswahl von Ölen und Margarine Produkte mit reichlich ungesättigten Fettsäuren. Denn sie sind wichtig für Ihren Körper.

 

Verkleinerter Magen

Verteilen Sie Ihre Nahrung auf viele kleine Mahlzeiten: Durch die Diabetikerkost tun Sie automatisch auch das Richtige für Ihren verkleinerten Magen. Ihr Magen kann jetzt nicht mehr soviel Nahrung wie vor der Operation aufnehmen.

Wenn Sie trotzdem große Portionen essen, wird die Nahrung fast unverdaut in den Dünndarm weitergegeben. Das führt zu Beschwerden wie Leibschmerzen oder auch Übelkeit. Nehmen Sie daher anstelle von 3 Hauptmahlzeiten 5-6 (oder noch mehr) kleine Mahlzeiten zu sich. So helfen Sie Ihrem kleinen Magen und fördern auf einfache Weise die Verdauung.

 

 

 

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