Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten

Nabelbruch

  • Krankheitsbild
  • Symptome
  • Ursachen
  • Diagnose und Therapie

Krankheitsbild

Ein Nabelbruch – von Medizinern auch Umbilikal- oder Nabelhernie genannt – entsteht, wenn die Bauchwanddecke im Bereich des Nabels so geschwächt ist, dass sie bricht und die in der Bauchhöhle liegenden Eingeweide durch die Gewebeöffnung austreten können.

Ähnlich wie der Leistenbruch handelt es sich um einen Bauchwandeinbruch, der bereits angeboren ist oder im Erwachsenenalter erworben werden kann. Typische Auslöser sind eine Bindegewebsschwäche, mögliche Bauchoperationen, eine Schwangerschaft sowie eine schwache Bauchwandmuskulatur.

Vor allem Neugeborene haben oft einen Nabelbruch, da durch die Nabelschnur eine Schwachstelle in der Bauchwand besteht. Im Erwachsenenalter sind vor allem Frauen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr betroffen.


Bauchwandeinbruch im Bereich des Nabels

Ein Nabelbruch äußert sich durch einen Riss der Muskelhaut in der Nähe des Bauchnabels. Durch diese entstandene Gewebsöffnung wölbt sich das Bauchfell nach außen, so dass in einigen Fällen sogar innere Organe aus der Bauchhöhle durch die sogenannte Bruchpforte hervortreten können. Äußerlich sichtbar wird der Nabelbruch durch eine kleine Beule (Bruchsack) in der Nähe des Bauchnabels. Diese kann durch eine angeborene Bindegewebsschwäche, starkes Pressen, schwere körperliche Belastungen oder infolge einer Schwangerschaft ausgelöst werden.


Nabelbruch muss operiert werden

Während ein Nabelbruch für Neugeborene harmlos ist und sich in der Regel von allein zurückbildet, kann er für Erwachsene unbehandelt ein ernstes Gesundheitsrisiko bedeuten. Ohne Operation heilt der Bauchwandbruch nicht von allein ab, bleibt bestehen und vergrößert sich langsam. Im schlimmsten Fall werden innere Organe, wie Abschnitte des Darms, in der Bruchpforte eingeklemmt und so von der Blutversorgung abgeschnitten, was für den Betroffenen lebensbedrohlich werden kann.

Symptome

Durch den Riss in der Bauchwand wird der Nabel nach außen gestülpt, was durch eine Schwellung oder Beule deutlich sichtbar wird.

In der Regel verursacht ein Nabelbruch keine Schmerzen. In einigen Fällen kann jedoch ein Brennen spürbar sein und die Beule eine deutliche Verhärtung oder Rötung aufweisen, was umgehend von einem Facharzt untersucht und behandelt werden muss.


Bauchorgane können in der Bruchpforte eingeklemmt werden

Bei schweren Formen von Nabelbrüchen kann es zu einer Einklemmung des Bruchsacks (Inkarzeration) kommen. Weil sich darin nicht nur Bruchwasser, sondern meist auch Baucheingeweide, wie Darmanteile, befinden, kommt es durch das Abschnüren des Bruchsacks auch zur Einklemmung eines oder mehrerer Darmabschnitte.


Ernste Komplikationen

Das wiederum führt dazu, dass die Blutversorgung des Dünndarms oder anderer Bauchorgane behindert oder sogar ganz unterbunden wird. Unbehandelt kann diese Störung schnell ein Absterben des Organgewebes bewirken, was zu weiteren Komplikationen und sogar zur Lebensgefahr führen kann.

Solche gravierenden Nabelbrüche sind optisch nicht immer erkennbar, können aber vom Chirurgen durch Tasten abgeklärt werden. Bei rund fünf Prozent aller Nabelbrüche kommt es zur Einklemmung des Bruchsacks.

Ursachen

Ein Nabelbruch bei Säuglingen ist darauf zurückzuführen, dass sich die Muskelhaut (Faszie) im Bereich des Bauchnabels nach der Geburt nicht vollständig schließt.


Bei Kleinkindern oft harmlos

Das kommt relativ häufig vor und heilt bei kleineren Nabelbrüchen in der Regel von selbst aus. Erst wenn im dritten Lebensjahr noch immer keine Verwachsung stattgefunden hat, muss ein operativer Eingriff erfolgen. Des Weiteren kann es schon während der Schwangerschaft zu einer Schwachstelle in der Bauchwand des Embryos kommen.


Schwangerschaft und Geburtsvorgang

Bei Frauen kann ein Nabelbruch nach einer Schwangerschaft infolge des verstärkten Drucks auf die Bauchwand oder durch körperliche Anstrengungen entstehen. Solche Auslöser sorgen dafür, dass die Bauchmuskulatur überbeansprucht wird.

Eine Bauchwand, die bereits eine Schwachstelle aufweist, hält den Belastungen schließlich nicht länger stand. Die Folge ist ein Riss in der Muskelhaut. Eine solche Bindegewebsschwäche kann zum Beispiel durch den Geburtsvorgang entstehen, bei der die Austrittsstelle der Nabelschnur nicht verwachsen ist.


Häufiges Pressen beim Stuhlgang

Personen, die an chronischer Verstopfung (Obstipation) leiden, neigen zu starkem Pressen beim Stuhlgang. Auf Dauer kann dieser Vorgang die Entstehung eines Risses in der Nabelfaszie begünstigen.

Auch Übergewichtige und Personen mit einer erblich bedingten Bindegewebsschwäche sind von einem erhöhten Risiko für einen Nabelbruch betroffen.

Zudem kann unter Umständen eine zurückliegende Bauchoperation mit schlecht verheilten Narben die Entstehung einer Nabelhernie beeinflussen.

Diagnose und Therapie

Nach einem Patientengespräch erhält der Arzt durch Tasten erste Hinweise auf die Diagnose. In Rückenlage lässt sich die Wölbung besonders gut erfühlen.

Je nach Einschätzung des Facharztes können weitere bildgebende Verfahren, wie eine Ultraschalluntersuchung, folgen.


Nabelbruch im Erwachsenenalter muss behandelt werden

Anders als bei Kleinkindern, bei denen ein Nabelbruch bis zum dritten Lebensjahr in der Regel von selbst abklingt, muss ein Nabelbruch, der im Erwachsenenalter auftritt, behandelt werden. Dieser kann durch einen chirurgischen Eingriff (Hernienchirurgie) behoben werden. Dabei wird entweder der Bruchsack samt Inhalten zurück in die Bauchwand gerichtet oder aber nur der Bruchsackinhalt zurückverlagert, nachdem der Bruchsack entfernt wurde.

Bei Schwangeren und älteren Patienten wird jedoch unter Berücksichtigung der individuellen Gesundheitsrisiken genau abgewogen, ob ein operativer Eingriff ratsam ist. Bei Älteren kommt häufig ein Implantationsverfahren als spezielle Form der Nabelbruch-OP zum Einsatz. Ein Nabelbruch im Rahmen einer Schwangerschaft bildet sich in vielen Fällen auch von allein zurück.

Bei einer Inkarzeration besteht ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko, das nur durch eine Operation beseitigt werden kann. Hierzu werden ganze Abschnitte des Dünndarms entfernt, sollte dieser im Bruchsack eingeklemmt sein. Ohne chirurgischen Eingriff stirbt das Organgewebe durch die Unterversorgung ab.


Schonung nach operiertem Nabelbruch

Aufgrund der Rückfallgefahr muss der Patient nach der Operation nach Möglichkeit darauf achten, dass sich die Ursache für den Nabelbruch künftig nicht wiederholt.

So sollten Auslöser wie Übergewicht unbedingt vermieden werden. Auch Personen, die an chronischer Verstopfung leiden, sollten mit ihrem Hausarzt über mögliche Therapieverfahren sprechen, um zum Beispiel die Häufigkeit des starken Pressens zu reduzieren. Ein erster Schritt, der vor allem zur Vorbeugung von Verstopfung dient, ist zum Beispiel der Verzehr von leicht verdaulichen Speisen.

 


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