Symptome

Gewichtszunahme

  • Beschreibung
  • Ursachen
  • Diagnose
  • Therapie

Beschreibung

Der häufigste Grund für eine Gewichtszunahme ist eine ungesunde oder unverhältnismäßig hohe Nahrungszufuhr. Eine rasche Steigerung des Körpergewichts trotz ausgewogener Ernährung und ausreichender Bewegung kann aber auch krankhaft bedingt sein.

Die Lebensweise in den modernen Industriegesellschaften bringt es mit sich, dass berufliche Tätigkeiten immer häufiger nur noch im Sitzen ausgeführt werden. Unser Essverhalten hat sich seit den Zeiten, in denen körperliche Arbeit noch stärker verbreitet war, allerdings kaum verändert. Dem Körper wird dadurch mehr Energie zugeführt, als er benötigt und verarbeiten kann. Eine dauerhaft überhöhte Nahrungsaufnahme bei mangelnder Bewegung steigert die Gefahr, an Adipositas (Fettleibigkeit) zu erkranken.

Im Kindesalter und während einer Schwangerschaft ist eine kontinuierliche Zunahme des Körpergewichtes ein normaler und physiologisch notwendiger Prozess. Auch nehmen die meisten Menschen im Alter zu, weil sie weniger Energie benötigen, ihre Ernährung jedoch nicht auf die veränderten Bedürfnisse des Körpers ausrichten.

Eine starke Gewichtszunahme innerhalb kürzester Zeit muss jedoch als Warnsignal für eine Erkrankung oder eine Wassereinlagerung im Körper ernstgenommen und von einem Facharzt abgeklärt werden.

Ursachen

Nicht immer ist eine Gewichtszunahme auf den normalen Wachstumsprozess im Jugendalter, auf eine Schwangerschaft oder auf ein ungesundes Essverhalten zurückzuführen. Es kommen auch organische und psychische Erkrankungen als Ursachen für ein stark gesteigertes Körpergewicht in Betracht.

Eine krankhafte Vermehrung des Körperfettes wird in der Medizin auch als Adipositas bezeichnet. Dieses auch als Fettsucht bekannte starke Übergewicht ist inzwischen als Krankheit anerkannt und ruft zahlreiche Folgeerscheinungen wie Bluthochdruck oder Gelenkschäden hervor.

Bei einer Vielzahl von Erkrankungen kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen in verschiedenen Bereichen des Körpers, auch Ödeme genannt. Das aus den Gefäßen austretende Wasser sammelt sich im Gewebe und führt innerhalb kürzester Zeit zu einer deutlichen Gewichtszunahme. Ödeme sind typische Symptome der folgenden Krankheiten:

Auch hormonelle Ungleichgewichte im Körper (zum Beispiel Schilddrüsenunterfunktion) und Störungen des Stoffwechsels (zum Beispiel Polyzystisches Ovarsyndrom) kommen als Ursachen einer Gewichtszunahme in Frage.

Für die Steigerung des Körpergewichts können außerdem Tumoren verantwortlich sein, die Hormone produzieren:

  • Hypophysentumor (Tumor der Hirnanhangsdrüse)
  • Hypothalamustumor (Tumor des Hypothalamus)
  • Tumor der Nebennierenrinde
  • Insulinom (insulinproduzierender Tumor)

Des Weiteren gehört ein gesteigertes Gewicht zu den Nebenwirkungen verschiedener Medikamente und Arzneimittelwirkstoffe:

  • Antibabypille
  • Antidepressiva (Medikamente gegen Depressionen)
  • Insulinpräparate
  • Kortison

Diagnose

Wenn ein zunehmendes Körpergewicht eindeutig auf eine gesteigerte Kalorienzufuhr bei gleichzeitigem Bewegungsmangel zurückzuführen ist, bedarf es keiner ärztlichen Diagnose. Hat sich Ihr Gewicht jedoch sehr schnell und ohne ersichtlichen Grund verändert, sollten Sie die Ursache durch Ihren Hausarzt abklären lassen.

Im Gespräch mit dem Patienten erkundigt sich der Allgemeinmediziner unter anderem nach den folgenden Informationen: Wie viel Gewicht haben Sie in welchem Zeitraum zugenommen? Liegen weitere Beschwerden vor? Müssen Sie regelmäßig Medikamente einnehmen? Haben sich Ihre Ess- oder Lebensgewohnheiten in der letzten Zeit verändert? Leiden Sie unter einer Vorerkrankung wie zum Beispiel Herzinsuffizienz?

Nach der Anamnese wird der Patient gewogen. Anhand des aktuellen Körpergewichts und der Körpermaße errechnet der behandelnde Arzt den sogenannten Body Mass Index, der Auskunft darüber gibt, ob der Betroffen über-, normal- oder untergewichtig ist.

Bei der sich anschließenden körperlichen Untersuchung misst der Arzt den Puls und den Blutdruck. Die Untersuchung einer Blutprobe gibt Aufschluss über die Blutfettwerte, die Schilddrüsenwerte, den Blutzuckerspiegel sowie die Werte der Leber und der Nieren.

Außerdem achtet der behandelnde Arzt bei der Untersuchung auf den Fußknöchel des Patienten. Eine mögliche Wassereinlagerung (Ödem) ist an dieser Körperstelle besonders gut sichtbar. Weitere Untersuchungen wie ein EKG oder eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) können hilfreich sein, um die Ursache der Gewichtszunahme zu identifizieren.

Therapie

Welche Therapiemöglichkeiten der behandelnde Arzt bei einer Gewichtszunahme vorschlägt, richtet sich nach den auslösenden Faktoren.

Wurde eine Adipositas diagnostiziert, erfolgt zunächst eine Analyse der Essgewohnheiten und des Bewegungsverhaltens des Patienten. Ernährungswissenschaftler und andere Therapeuten unterstützen den Betroffenen dabei, sich zukünftig gesundheitsbewusst und kalorienreduziert zu ernähren. Zu einer erfolgreichen Therapie gehört außerdem ein regelmäßiges und gezieltes körperliches Training.

Ist der Wirkstoff eines verordneten Medikaments ursächlich für die Gewichtszunahme, sollten Sie mit Ihrem Arzt über mögliche alternative Arzneimittel oder Therapieformen sprechen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion hilft die Einnahme entsprechender Hormonpräparate, um das Körpergewicht wieder zur normalisieren. Eine Krebserkrankung, der ein hormonproduzierender Tumor zugrunde liegt, kann in der Regel nur durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden.

 

 

 

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