Symptome

Schwitzen

  • Beschreibung
  • Ursachen
  • Diagnose
  • Therapie

Beschreibung

Schwitzen ist ein natürlicher und lebenswichtiger Körpervorgang, bei dem eine zu fast einhundert Prozent aus Wasser bestehende Flüssigkeit aus der Haut austritt. Die Abgabe von Schweiß ist ein Mechanismus zur Regulierung der Körperwärme.

Auf der menschlichen Haut verteilen sich über zwei Millionen Schweißdrüsen, die bei erhöhter Körpertemperatur oder starker äußerer Hitzeeinwirkung Schweiß absondern, über den die überschüssige Wärme nach außen abgeleitet wird. Gleichzeitig dient das Schwitzen der Immunabwehr, denn mit dem Schweiß werden auch Giftstoffe ausgeschieden.

Ist der Schweißfluss eine Reaktion auf hohe Außentemperaturen, so beginnt er im Gesicht. Ein zuerst an den Handinnenflächen einsetzendes Schwitzen tritt dagegen bei Nervosität und innerer Aufregung auf.  

Gesunde Menschen verlieren pro Tag durchschnittlich zwei Liter Schweißflüssigkeit, die einen pH-Wert von 4,5 aufweist, also sauer ist und neben Wasser auch Natriumchlorid, Ammoniak und Harnstoff enthält. Regelmäßig mehr zu schwitzen, als es der Temperatur angemessen ist, kann krankhaft bedingt sein.

So leiden beispielsweise Personen, die von einer Hyperhidrose betroffen sind, unter unverhältnismäßig starken Schweißausbrüchen auch in solchen Situationen, in denen kein Schwitzen, also keine Regulierung der Körpertemperatur notwendig ist.

Ursachen

Bei sportlicher Aktivität oder intensiver Sonneneinstrahlung ist es ganz normal, dass der Körper mehr Schweiß produziert. Auch in anspannenden und stressigen Situationen reagieren viele Menschen mit verstärktem Schwitzen. Für eine gestörte Schweißbildung kommen allerdings auch Krankheiten in Frage.

Vorübergehende Schweißausbrüche treten gelegentlich bei Schwangerschaften oder der Menstruation auf. Frauen in den Wechseljahren und andere Personen, bei denen sich der Hormonhaushalt verändert, beklagen ebenfalls häufiges starkes Schwitzen. Auch bei Fieber bildet sich vermehrt Schweiß.

Während sich das übermäßige Schwitzen in diesen Fällen wieder von allein legt, leiden Personen mit den folgenden Erkrankungen oftmals fast permanent unter verstärktem Schwitzen:

Diagnose

Sind die Gründe für das Schwitzen trivialer Natur – zum Beispiel Sport oder hohe Außentemperaturen – so bedarf es keiner ärztlichen Abklärung. Kommt es allerdings vermehrt zu starken Schweißausbrüchen ohne erkennbaren Auslöser, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Eine medizinische Diagnose ist auch denn erforderlich, wenn das vermehrte Schwitzen mit körperlichen Schmerzen verbunden ist. Der behandelnde Arzt wird seinem Patienten zunächst um einige Informationen bitten: Wann ist Ihnen die übermäßige Schweißproduktion das erste Mal aufgefallen? Fühlen Sie sich durch das Schwitzen gestört? Gibt es bestimmte Auslöser für die Schweißausbrüche oder treten sie völlig unvermittelt ein?

Um festzustellen, welche Stellen der Haut besonders stark schwitzen, führt der Facharzt den sogenannten Jod-Stärke-Test durch. Dabei wird die Haut mit einer Jodlösung bestrichen und anschließend mit einem Stärkepulver bestreut. Im Bereich der schwitzenden Hautstellen verfärbt sich das Pulver bläulich-schwarz.

Die Gravimetrie ist ein Analyseverfahren, mit dem gemessen werden kann, wie viel Schweiß sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums gebildet hat.   

Die genannten Testverfahren geben Aufschluss darüber, ob eine Hyperhidrose vorliegt und wie stark sie ausgeprägt ist. Bei dieser gestörten Schwitzfunktion bildet sich auch bei sehr geringen Temperaturen übermäßig Schweiß.

Für die weitere Absicherung der Diagnose kann der Arzt auf die folgenden Untersuchungsverfahren zurückgreifen:

Therapie

Eine spezielle Therapie ist erst dann notwendig, wenn häufige Schweißausbrüche durch eine Krankheit hervorgerufen werden. In allen übrigen Fällen lässt sich das Schwitzen zumeist bereits durch die Anwendung frei verkäuflicher Mittel und pflanzlicher Wirkstoffe minimieren.

Sogenannte Antitranspirante wirken schnell bei starkem Schwitzen. Diese Wirkstoffe hemmen die Schweißproduktion und werden in Form von Lotionen, als Puder oder Cremes auf die betroffene Hautzone aufgetragen. Deodorants haben dagegen keine schweißmindernde Wirkung, allerdings verhindern sie einen unangenehmen Geruch beim Schwitzen.

Ein bewährtes Hausmittel bei Schweißausbrüchen ist Salbei. Die in dem Heilkraut enthaltenen ätherischen Öle bewirken, dass sich die Schweißdrüsen zusammenziehen und weniger Sekret absondern können. Für einen möglichst langanhaltenden Effekt sollte Salbei als Tee zubereitet und über einen längeren Zeitraum hinweg täglich getrunken werden.

Helfen auch diese Maßnahmen nicht, um das Schwitzen wirksam zu bekämpfen, so sind medizinische Behandlungsverfahren notwendig. Welche der verschiedenen konservativen und operativen Therapien in Frage kommt, entscheidet der behandelnde Arzt abhängig von der Ursache des Schwitzens und der betroffenen Körperstelle.

Bei der sogenannten Iontophorese werden die übermäßig schwitzenden Hautzonen mit Gleichstrom behandelt. Zudem gibt es die Möglichkeit, das Nervengift Botulinumtoxin zu injizieren, um die Nervenverbindungen zu den Schweißdrüsen zu unterbrechen.

Schließlich können die für die übermäßige Schweißproduktion verantwortlichen Drüsen in einem chirurgischen Eingriff entfernt oder abgesaugt werden.

 


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