Impfungen

  • Kennen Sie Ihren Impfstatus?
  • Wichtige Schutzimpfungen
  • Aktive und passive Immunisierung
  • Lebend- und Totimpfstoffe
  • Wann darf nicht geimpft werden?

Kennen Sie Ihren Impfstatus?

Um vor bakteriellen und viralen Erregern und damit vor der Ansteckung mit Infektionskrankheiten dauerhaft geschützt zu sein, muss der individuelle Impfstatus regelmäßig überprüft werden.

Doch schnell gerät das Thema Vorsorge und ein lückenfreier Impfschutz in Vergessenheit. Erfahren Sie hier alles rund um den optimalen Impfschutz und was beim Impfen beachtet werden muss. So können Sie sicher sein, für sich und Ihre Familie dauerhaft den vollen Impfschutz zu besitzen.


Infektionskrankheiten vorbeugen

Regelmäßig den Impfschutz aufftrischen lassenIm Rahmen einer aktiven Gesundheits­fürsorge können Patienten bei ihrem Hausarzt ihren Impfschutz erneuern lassen und damit gefährlichen Erkrankungen vorbeugen, für die es auch heute oft keine wirksame Behandlung gibt. Je nach Altersgruppe gelten zudem unterschied­liche Empfehlungen (STIKO). Deshalb: Denken Sie an Ihren Impfausweis, wenn Sie zum Hausarzt gehen.


Empfohlene Standardimpfungen

Im Kindes- und Säuglingsalter sollte die Grundimmunisierung stattfinden, so dass mit zunehmendem Alter nur Auffrischungsimpfungen notwendig sind. Die Ständige Impfkommission (STIKO) veröffentlicht jährlich die Empfehlungen für Standardimpfungen. Hier eine allgemeine Übersicht:

Kinder und Säuglinge: Diphterie, Grippe (Influenza), Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B, Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Polio), Masern, Mumps, Röteln, Pneumokokken, Windpocken (Varizellen), Wundstarrkrampf (Tetanus)

Jugendliche: Diphtherie, Grippe (Influenza), Hepatitis B, Humanes Papillomvirus (HPV), Keuchhusten, Kinderlähmung (Polio), Masern, Mumps, Röteln, Tetanus, Windpocken

Erwachsene: Diphterie, Grippe (Influenza), Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Poliomyelitis), Windpocken, Wundstarrkampf (Tetanus)

Senioren: Grippe (Influenza), Pneumokokken (Lungenentzündung)

Wichtige Schutzimpfungen

Informieren Sie sich hier über verschiedene Schutzimpfungen, wer zur Risiko­gruppe gehört und welchen Erkrankungen mit der Immunisierung vorgebeugt wird.


Grippeschutzimpfung >>

Nicht zu verwechseln mit dem grippalen Infekt ist die Virusgrippe (Influenza), die vor allem in der Herbst- und Winterzeit kursiert. Die bakterielle Infektion kann zu ernsten Symptomen führen und für ältere Patienten sogar lebensgefährlich werden. Dieser Impfschutz muss jährlich erneuert werden.


 

FSME-Schutzimpfung >>

Die durch einen Zeckenbiss übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die das Gehirn und Rückenmark befallen kann und unter Umständen zu einer lebensgefährlichen Hirnhautentzündung führt. Erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht im Süden von Deutschland.


 

Pneumokokken-Schutzimpfung >>

Durch Tröpfcheninfektion übertragene Pneumokokken können zu schweren Infektionen in Lunge, Blut oder Hirnhaut führen. Bei immunschwachen Personen sowie bei Senioren oder Kleinkindern können sogar lebensbedrohliche Komplikationen eintreten.


 

Meningokokken-Schutzimpfung >>

Meningokokken sind Bakterien, die bei rund zehn Prozent der Bevölkerung im Nasen-Rachenraum vorkommen und durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Bei Infektion droht ein Krankheitsverlauf, der zu schweren Komplikationen wie einer Meningitis oder einer Sepsis führen kann. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie Kinder und Jugendliche gilt eine Impfempfehlung.


 

HPV-Impfung (Humane Papillomviren) >>

Humane Papillomviren, kurz HPV, sind virale Erreger, die zu Zellveränderungen in den Schleimhäuten führen und damit Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Zur Infektion mit den Viren kommt es beim ersten Geschlechtsverkehr. Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren können sich vorbeugend impfen lassen.


 

Reisemedizinische Schutzimpfungen >>

Wer gern auf Reisen geht, sollte sich beim Arzt vorher über mögliche Gesundheitsrisiken im Ausland informieren. Speziell in den Tropen gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen, da dort beispielsweise Erreger für Malaria, Cholera oder Gelbfieber kursieren können.

Aktive und passive Immunisierung

Beim Impfen werden zwei grundlegende Methoden unterschieden: die aktive und passive Immunisierung.


Aktive Immunisierung

Bei der aktiven Immunisierung wird die Bildung körpereigener Antikörper angeregt, indem die Infektion mit dem Krankheitserreger künstlich imitiert wird. Der Patient erhält eine Injektion mit sogenannten Tot- oder Lebendimpfstoffen – bereits abgetötete oder abgeschwächte Erreger – die zu den gleichen körperlichen Reaktionen wie im Falle einer Infektion führen. Jedoch lösen die Impfseren nur leichte Krankheitssymptome aus, während der Organismus die entsprechenden Antikörper und damit ein immunologisches Gedächtnis bilden kann.

Impftermin beim Facharzt nicht vergessenIn der Regel bietet die aktive Immunisierung mehrere Jahre Schutz für Erkrankungen, wie Tetanus, FSME und Diphterie.


Passive Immunisierung

Eine passive Immunisierung kommt zum Einsatz, wenn der Patient sich bereits mit den Erregern infiziert hat. Durch die Imp­fung mit passenden Antikörpern wird versucht der Ausbruch der Krankheit zu verhindern oder zumindest die Symptome zu mildern.

Im Unterschied zur aktiven Form wird die Immunisierung nicht langsam über mehrere Wochen und Monate aufgebaut. Der Impfschutz greift sofort, hat aber eine stark begrenzte Wirkungsdauer. Zum Einsatz kommt die passive Immunisierung auch vor kurzfristig geplanten Auslandsreisen, wenn Patienten eine sofortige Immunität gegen bestimmte Erreger brauchen.


Allgemeine Grundlagen der Schutzimpfung

Lesen Sie hier mehr zur Wirkung von Impfungen sowie zu Themen, wie Grundimmunisierung und Auffrischung. Informieren Sie sich auch über die verschiedenen Verabreichungsformen.

Lebend- und Totimpfstoffe

Impfstoffe (Vakzine) werden zur Aktivierung des Immunsystems gegen verschiedene Infektionskrankheiten eingesetzt. Gentechnisch oder biologisch hergestellt bestehen sie aus Bruchstücken von Proteinen, Erbgut oder abgeschwächten sowie abgetöteten Erregern.

Je nach ihren Bestandteilen werden Impfstoffe in der Medizin nach ihren beiden Hauptgruppen, den Totimpfstoffen oder Lebendimpfstoffen, unterschieden.


Lebendimpfstoffe

Lebendimpfstoffe werden aus abgeschwächten, aber vermehrungsfähigen Krankheitserregern gewonnen. Dabei sind die Keime so stark abgeschwächt, dass sie nicht mehr zur Erkrankung führen können, jedoch trotzdem die Antikörper bildenden Prozesse im Organismus anregen.Impfen durch Injektion mit Spritze Es entsteht ein immunologisches Gedächtnis (Antikörper), das bei erneutem Kontakt mit dem Krank­heitserreger ein Ausbrechen der Erkran­kung verhindert.

Gegen folgende Erkrankungen werden Patienten mit Lebendimpfstoffen immuni­siert: Gelbfieber, Masern, Mumps, Wind­pocken, Röteln, Kinderlähmung, Tuber­kulose und Typhus.

Nach der Grundimmunisierung hält der Schutz oft für zehn Jahre und bei manchen Impfungen sogar lebenslang.


Totimpfstoffe

Totimpfseren werden aus ganzen oder nur Bruchstücken von abgetöteten Krankheitserregern hergestellt, die nicht mehr vermehrungsfähig sind. Da unter den Keimen keine Vermehrung stattfindet, bewirken Totimpfstoffe in der Regel eine kürzere Immunisierung als die Lebendimpfstoffe. Jedoch ist eine Erkrankung durch Totimpfstoffe ausgeschlossen.

Totimpfstoffe werden gegen Cholera, Grippe, Fleckfieber, Keuchhusten, Pneumokokken- sowie Meningokokken-Infektionen verabreicht.

Lesen Sie hier mehr zu alternativen Formen von Impfstoffen, wie nicht-zelluläre Impfstoffe, Toxine, rekombinante und konjugierte Impfstoffe, Hilfsstoffe sowie Kombinationsimpfstoffe.

Wann darf nicht geimpft werden?

Obwohl Impfungen zu den wichtigsten Maßnahmen in der Krankheitsvorsorge zählen, darf nicht unter jeden Umständen geimpft werden. Patienten müssen bei stabiler Gesundheit sein, damit die Immunisierung auch wirkt.

Speziell bei akuten Infektionen sollten geplante Impftermine verschoben werden. Bei grippalen Infekten mit nur leicht erhöhter Temperatur kann in der Regeln aber trotzdem geimpft werden.

Wer krank ist, kann nicht geimpft werdenIst der Patient auf bestimmte Hilfsstoffe der Impfung allergisch, muss das Serum entsprechend angepasst werden. Auch für immungeschwächte Patienten oder werdende Mütter gelten besondere Regelungen. Beispielsweise sollten dann keine Lebendimpfstoffe verabreicht werden.

Lesen Sie hier mehr zu den möglichen Gegenanzeigen.


Mögliche Nebenwirkungen

Impfen – auch wenn eine gesundheitsfördernde Maßnahme – belastet immer das Immunsystem. Die Tot- oder Lebendimpfstoffen lösen Prozesse im Organismus aus, die mitunter von Nebenwirkungen (Impfrisiko) begleitet werden können.

In der Regel treten nur harmlose Symptome auf, wie Rötungen oder Schwellungen an der Injektionsstelle, die innerhalb kurzer Zeit von allein wieder abklingen. Auch Befindlichkeitsstörungen als Impffolge sind nicht bedenklich.

Ernste Komplikationen, wie ein anaphylaktischer Schock oder Krampfanfälle, sind nur sehr selten.