Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten
Informationen über: Äußere Hämorrhoiden
- Krankheitsbild
- Diagnose
- Ursachen
- Verlauf/Folgen
- Wann zum Arzt
- Überblick
- Medikamente
- Homöopathische Arzneimittel
- Allgemeine Maßnahmen
- Ernährung
- Hausmittel
Krankheitsbild
Als äußere Hämorrhoiden werden sogenannte Perianalvenenthrombosen bezeichnet.
Dabei handelt es sich genau genommen nicht um Hämorrhoiden, sondern um die Bildung eines Blutpfropfes in den Venen, die den After umgeben. Sie zeichnen sich durch eine plötzlich einsetzende blassbläuliche Schwellung im Afterbereich aus, die von starken Schmerzen begleitet wird.
Diagnose
Die Diagnose ist mit Hilfe der körperlichen Untersuchung aufgrund des charakteristischen Erscheinungsbilds leicht zu stellen.
Ursachen
Perianalvenenthrombosen werden oft durch einen starken Pressakt verursacht, wie z.B. bei Stuhlgangverstopfung, beim Geburtsvorgang oder bei großer körperlicher Anstrengung.
Verstärkt betroffen sind Personen, die auch an Hämorrhoiden (den "echten" inneren Hämorrhoiden) leiden, sitzenden Tätigkeiten nachgehen oder feuchter Kälte ausgesetzt sind.
Verlauf/Folgen
Perianalvenenthrombosen heilen spontan innerhalb kurzer Zeit aus und hinterlassen oftmals eine sogenannte Mariske (= kleine, schlaffe Hautfalte am After). Verschiedene Maßnahmen lindern in der Akutphase die Schmerzen.
Wann zum Arzt
Bei Schmerzen in der Aftergegend sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Überblick
Das Risiko für eine Perianalvenenthrombose lässt sich durch Ausschaltung begünstigender Faktoren vermindern.
Sorgen Sie durch ballaststoffreiche Ernährung für guten Stuhlgang, damit Sie dabei nicht Pressen müssen und vermeiden Sie langes Sitzen auf harter Unterlage oder in feuchter Kälte.
Bei bestehender Erkrankung helfen Medikamente oder das Herausschneiden des Blutpfropfes. Auch eine Reihe von Hausmitteln und homöopathische Arzneimittel haben sich bewährt. Die Perianalvenenthrombose heilt in jedem Fall schnell ab und verursacht keine dauerhaften schwerwiegenden Beschwerden.
Medikamente
Die Schmerzen können mit Hilfe betäubender Salben oder Zäpfchen gelindert werden. Hilfreich ist das Herausschneiden des Blutpfropfes, wodurch die Schmerzen schlagartig gelindert werden. Im Anschluss daran sollten bis zur Abheilung Sitzbäder durchgeführt werden.
Homöopathische Arzneimittel
Folgende Aufstellung listet homöopathische Einzelmittel, die bei diesem Beschwerdebild häufig zum Einsatz kommen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Aesculus
|
bei großen, dunkelrot bis bläulichen, prall gefüllten Hämorrhoiden und heftige, stechende Schmerzen; |
Aloe vera
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bei traubenartigen Hämorrhoiden mit Juckreiz, häufigen Blutungen und heftig brennenden Beschwerden; |
Hamamelis
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bei großen, bläulichen äußeren Hämorrhoiden mit starken Blutungen nach dem Stuhlgang, Schmerzen und Wundheit am After; Verschlimmerung durch feuchtwarmes Wetter. |
Nux vomica
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bei vorwiegend innen liegenden, stark juckenden, wenig blutenden Hämorrhoiden und einem zusammenschnürendem Gefühl im Enddarm; sitzende unregelmäßige Lebensweise, Neigung zu Verstopfung, Verlangen nach Genussmitteln (z.B. Alkohol), Abführmittelmissbrauch, Reizbarkeit, Überlastung; Besserung durch kalte Sitzbäder. |
Sulfur
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bei brennenden, heftig juckenden Hämorrhoiden; After gerötet, gelegentlich Schmerzen beim Stuhlgang, die vom Darmende nach oben ziehen; Verschlimmerung nachts sowie durch Berührung und Wärme. |
Allgemeine Maßnahmen
Vermeiden Sie auslösende Faktoren!
1. |
Stuhlgangsverstopfung Sorgen Sie durch eine ballaststoffreiche Ernährung, hohen Flüssigkeitskonsum und regelmäßige Bewegung für eine gute Verdauung. Unterdrücken Sie niemals Ihren Stuhlgang und trainieren Sie Ihren Darm, indem Sie jeden Tag zur gleichen Zeit die Toilette aufsuchen. Vermeiden Sie auf jeden Fall die Bauchpresse beim Stuhlgang einzusetzen. |
2. |
langes Sitzen auf harter Unterlage, z.B. Radfahren |
3. |
Anstrengung der Bauchpresse beim Stuhlgang |
4. |
nicht ausreichende Analreinigung So reinigen Sie Ihre Analgegend richtig: Säubern Sie sich nach jedem Stuhlgang feucht. Verwenden Sie dafür Einmal-Waschlappen und Wasser oder fechtes Toilettenpapier. |
Ernährung
Ernähren Sie sich ballaststoffreich. Ballaststoffe fördern Ihre Verdauung.
Für die ballaststoffreiche Kost halten Sie sich am besten an folgende Empfehlungen:
- verzichten Sie auf verfeinerte Nahrungsmittel, also Getreideprodukte aus ungeschältem Korn und verwenden Sie stattdessen Vollkornprodukte. Trinken Sie reichlich dazu!
- essen Sie etwa die Hälfte Ihrer Nahrungsmittel roh (Obst, Gemüse, Nüsse usw.)
- nehmen Sie möglichst wenig Fleischprodukte zu sich
- verzichten Sie nach Möglichkeit ganz auf Zucker
- sparen Sie mit Salz (lieber würzen als salzen)
- wenn Sie ballaststoffreiche Kost schlecht vertragen, empfehlen sich für Sie Ballaststoff-Konzentrate, die Sie mit reichlich Flüssigkeit einnehmen. Auch Milchzucker hilft, den Stuhl weicher zu machen.
Besonders ballaststoffreich sind:
Nährmittel |
Vollkornbrot, Vollkornprodukte, Kleie |
Gemüse |
Gemüse allgemein, Kartoffeln, vor allem Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen), auch Trüffel |
Obst |
Obst allgemein, besonders Trockenobst |
Nüsse/Kerne |
Leinsamen, Weizen Kleie, Ölsamen, Mohn, Mandel, Roggen, Sesam, Erdnuss, Pistazie |
Gewürze |
Paprikapulver, Koriander, Lorbeerblatt, Kerbel, Dill, Vanilleschote, Zimt, Thymian, Salbei, Basilikum, Melisse, Rosmarin, Pfeffer |
Sonstiges |
Gelier- und Dickungsmittel, Kakaopulver, Sojaprodukte, Chilisoßen, Vollkornteigwaren, Müsli, Flohsamen |
Trinken Sie reichlich!
Wie steht es mit Ihrem Flüssigkeitskonsum? Trinken Sie genug? Als Erwachsener sollten Sie jeden Tag mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Wenn Sie viel schwitzen, beispielsweise im Sommer, entsprechend mehr. Besonders gut geeignet sind kalorienarme Getränke, beispielsweise Mineralwasser. Wenn der Körper zu wenig Flüssigkeit erhält, kann es schnell zu Verdauungsstörungen kommen. Vermeiden Sie dies, indem Sie immer eine Mineralwasserflasche zur Hand haben.
Hausmittel
Viele Hausmittel lindern Ihre Beschwerden. Bewährt haben sich vor allem Auflagen/Umschläge, Sitzbäder und Waschungen/Güsse.
Auflagen/Wickel/Umschläge
- sitzen auf feuchtem Tuch
- mehrmals täglich auf ein zimmerwarmes feuchtes Tuch setzen(wirkt wie ein feuchtkalter Wickel)
- kühle Auflagen mit Quark oder Heilerde
Sitzbäder
Geeignet sind für Sie kühle Sitzbäder, beispielsweise Sitzbäder von 30 bis 15 Grad Celsius. Je nach Temperatur verweilen Sie wenige Minuten bis 15 Sekunden im Wasser. Sie können auch mit warmem Wasser beginnen und kaltes hinzufügen.
Wenn Ihre Hämorrhoiden bluten oder der Juckreiz stark ist, empfehlen sich kühle Sitzbäder (30-32 Grad Celsius) mit einem Zusatz von Eichenrinde. Sie benötigen für ein Eichenrinden-Sitzbad: 500 Gramm Eichenrinde und circa drei Liter Wasser. Kochen Sie die Eichenrinde in dem Wasser circa zehen Minuten aus und fügen Sie diesen Sud Ihrem Sitzbad zu.
Ein spezieller Bidet-Einsatz für Ihre Toilette erleichtert Ihnen die Durchführung eines Sitzbades.
Waschungen/Güsse
Lindernd wirken auch kalte Waschungen des Afters. Führen Sie diese sechsmal täglich je drei Minuten lang durch. Auf jeden Fall nach jedem Stuhlgang. Anstelle der Waschungen können Sie übrigens auch einen kalten Afterguss durchführen.
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